Istanbul. Offensichtlich aufgrund verweigerter medizinischer Behandlung in Haft ist am Donnerstag in Istanbul eine im Juni aus dem Gefängnis entlassene Journalistin und Übersetzerin verstorben. Suzan Zengin, Mitarbeiterin des sozialistischen Arbeiter-Bauern-Journals und des Istanbuler Umut-Yayincilik-Verlages, war vor zwei Jahren verhaftet worden. Ihr wurde aufgrund ihrer Verlagstätigkeit eine Mitgliedschaft in der illegalen maoistischen TKP-ML sowie die Veröffentlichung von Artikeln mit »krimineller Lyrik« vorgeworfen. Nach Informationen von Journalistenvereinigungen wurden ihr in der Haft Medikamente und Untersuchungen verweigert. Für Zengins Freilassung hatten sich zahlreiche Schriftsteller- und Journalistenvereinigungen und das internationale PEN-Zentrum eingesetzt. Mindestens 60 weitere zumeist linke, prokurdische und laizistische Journalisten und Schriftsteller befinden sich noch in türkischer Haft. Nick Brauns
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