Schwere Verluste fuer PKK-Guerilla
25 Tote bei Gefechten im Suedosten der Tuerkei. Kurden warnen "Dorfschuetzer"
vor Kollaboration
Nick
Brauns
Bei den laufenden Militaeroperationen in den kurdischen Landesteilen der Tuerkei
sollen 21 PKK-Kaempfer, drei Soldaten und ein "Dorfschuetzer" ums
Leben gekommen sein. Sollte diese von der PKK bisher nicht bestaetigte Meldung
zutreffen, waere dies der groesste Verlust der Guerilla seit dem Ende des
einseitig erklaerten Waffenstillstands im vergangenen Sommer. In einer von der
halbamtlichen tuerkischen Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag verbreiteten
Erklaerung des Gouverneurs von Sirnak hiess es, die Gefechte nahe der Stadt Pervari
haetten begonnen, weil die PKK-Mitglieder sich nicht ergaben, sondern das Feuer
auf die Soldaten eroeffneten. In Hoehlen in der Umgebung seien grosse Mengen
Waffen und Munition sichergestellt worden. Nach Armeeangaben, sollen sich bis
zu 1 500 PKK-Kaempfer in der bergigen Region nahe der syrisch-irakischen Grenze
aufhalten. An der Militaeroperation in den Cudi-Bergen in den suedostanatolischen
Provinzen Siirt und Sirnak sind nach tuerkischen Angaben zwei Armeebrigaden
sowie 2000 paramilitaerische kurdische "Dorfschuetzer" beteiligt.
In einer von der kurdischsprachigen Wochenzeitung Azadiya Welat veroeffentlichten
Erklaerung warnte das Hauptquartier der kurdischen Volksverteidigungskraefte
(HPG) die "Dorfschuetzer", sich an den Militaeroperationen zu
beteiligen. Nach Informationen der Tageszeitung Oezguer Politika haben
inzwischen 72 der vom tuerkischen Staat bezahlten Milizmaenner in der Provinz Sirnak
ihre Waffen niedergelegt.
Von Seiten der Europaeischen Union wurde bisher keine Kritik laut, dass der
EU-Aufnahmekandidat Tuerkei seit Wochen einen regelrechten Krieg in seinen
kurdischen Landesteilen fuehrt und dabei nach PKK-Informationen auch voelkerrechtlich
geaechtetes Giftgas und brennbare Chemikalien gegen die Guerilla einsetzt.
Michael Rubin, Mitarbeiter im neokonservativen American Enterprise Institute
und frueherer Irak-Berater des Pentagons, nannte unterdessen den Praesidenten
der kurdischen Autonomieregion im Nordirak, Mesud Barzani, einen "passiven
Unterstuetzer der PKK", der jedes Vorgehen gegen die Lager der Guerilla im
Nordirak verhindere. Das Versagen der US-Armee im Kampf gegen die PKK sei ein
Einbruch in der Antiterror-Politik von US-Praesident George W. Bush, so Rubin.
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http://www.jungewelt.de/2005/04-16/004.php