Familien zittern um ihre Kinder
Der Sohn Hüseyin Altuns, Ismail Altun ist von Krankenhaus in das TYP-F-Gefängnis Edirme eingeliefert worden. Der Vater befürchtet, dass sein Sohn nicht überleben könnte. Ismail Altun sitzt seit sechs Jahren in Bayrampasagefängnis. Der Staatsanwaltschaft fordert für ihn die Todesstrafe. Angeblich soll er sich in 18 Fällen (Mord, Entführung, Raub etc.) schuldig gemacht haben. Januar 1995 wurde er verhaftet. Damals verlangten die Polizisten vom Vater 500 Millionen TL (Türkische Lira). Der Vater errinnert sich: „Können sie sich vorstellen, was 500 Millionen Tl vor sechs Jahren bedeuteten? Mein Sohn wurde in 18 Fällen angeklagt werden. Während der ganzen Verhandlung konnten keine stichhaltigen Beweise gegen meinen Sohn nachgewiesen werden. Ein bemerkenswerte Ereignis passierte während dieser Verhandlungsperiode. Zu einem Mordfall an einem Kind in Güngören/Istanbul meldete sich plötzlich ein ‘Augenzeuge und belastete meinem Sohn. Erstens hatte dieser ’Augenzeuge’ zuvor eine andere Person belastet, zweitens tauchte er erst vier Jahre nach dem Mordfall auf. Seine Aussagen reichten den Richtern meinem Sohn hinter Gittern zu bringen.“
Der Vater glaubt an Unschuld seines Sohnes. Während der Stürmung des Gefängnisses wurde der Sohn von drei Kugeln verletzt . Zwei Wochen lang hätte die Familie keinerlei Nachricht von ihm bekommen: „Nach 15 Tagen habe ich erfahren, dass er im Krankenhaus ist. Dreimal hat der Staatsanwalt meinen Wunsch, ihn zu besuchen, abgelehnt. Erst nach 20 Tagen konnte ich ihn besuchen. Nur drei Minuten konnte ich meinen Sohn sehen. Obwohl mein Sohn verletzt und seine Wunde im Magen entzündet ist, wird er ins Typ-F-Gefängnis eingeliefert. Er braucht dringend ärztliche Versorgung. Er wiegt nur noch 40 kg. So wird er auf keinen Fall im Gefängnis überleben. Doch das interessiert weder den Staat noch irgendwelche Politiker.“ ( Evrensel 29.01.01)