Geschichte der Hungerstreiks in der Türkei 

Die Inhaftierten in den Gefängnissen haben nicht viele Möglichkeiten sich gegen die Angriffe des Wachpersonals und der Gendarmerie zu verteidigen. Eine dieser Möglichkeit ist sicherlich der Hungerstreik. Es ist nicht neu, dass diese Abwehrmethode in der Türkei angewendet wird. Jedoch erst nach dem Militärputsch von 1980 wurden die Hungerstreiks der politischen Gefangenen zu einem ‘Problem’ der Gesellschaft. Als eine Reaktion gegen die Umwandlung der Gefängnisse in Konzentrationslager, starben zunächst fünf Gefangene in Diyarbakir infolge eines Hungerstreiks. Am 20. April 1981 starb Ali Erek bei der Zwangsernährung. Dem folgten Kemal Pir am 7. Sept. 82, Hayri Durmus am 12. Sept., Akif Yilmaz am 15. Sept. und Ali Cicek am 17.Sept. 82.

Im gleichen Gefängnis starben Anfang 1984 Orhan Keskin und Cemal Arat am 54. Tag des Hungerstreiks. Im Juni 1984 starben in Sagmacilar Gefängnis Abdullah Meral, Fatih Ökütülmüs, Haydar Basbag und Hasan Telci, 1988 starb Mehmet Emin Yavuz im Diyarbakir-Gefängnis. Im Jahr 1989 starben Hüsnü Eroglu und Mehmet Yalcinkaya in Folge des Hungerstreiks als sie gegen die Verlegung von Eskisehir nach Aydin protestierten.

1995: In 20 Gefängnissen traten 5000 Gefangene in den Hungerstreik. Fesih Beyazcicek und Remzi Altun verloren dabei ihr Leben. Der größte Hungerstreik bis zum Jahr 2000 fand 1996 statt. Zwölf Gefangene bezahlten mit ihren Leben.

Aygün Ugur-(Ümraniye), Altan Berdan Kerimgiller- (Bayrampasa), Ilginc Özkeskin-(Sagmacilar), Ali Ayata-(Bursa), Müjat Yanat-(Aydin), Hüseyin Demircioglu-(Ankara), Tahsin Yilmaz-(Sagmacilar), Ayce Idil-(Canakkale), Yemliha Kaya-(Bayrampasa), Hicabi Kücük-(Bursa), Osman Akgün-(Ümraniye) und Hayati Can-(Bursa).