Herausgeber des Buches ‘Meinungsfreiheit 2000’ stehen vor dem Staatsicherheitsgericht

Das türkische Staatssicherheitsgericht DGM fordert für 16 Personen, die ihre Unterschrift für das Erscheinen des Buches ‘Meinungsfreiheit 2000’ gegeben haben, Haftstrafen zwischen 7 bis 15 Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, Terrororganisationen unterstützt zu haben und das Volk auf der Grundlage der religiösen, rassistischen, sprachlichen und sozialen Unterschiede aufzustacheln.

Unter den Angeklagten befinden sich Künstler, Intellektuelle, Gewerkschafter, Menschenrechtler, Journalisten und Schriftsteller. Die Verhandlung wurde auf eine spätere Zeit vertagt, da einiger der Angeklagten die Anklageschrift nicht bekommen haben. An den Verhandlungen nahmen zahlreiche Gewerkschafter, Journalisten, Künstler und Schriftsteller teil. Unmittelbar nach der Gerichtsverhandlung starteten Schriftsteller zur Unterstützung der Angeklagten eine Unterschriftenkampagne. Unter dem Motto „Meinungsfreiheit für alle“ sollen bis zum 20.September 2000 Unterschriften von Menschen gesammelt werden, die sich gleichzeitig zum Herausgeber des Buches erklären. Als zweiter Schritt soll das Buch an alle Abgeordnete im Parlament durch ein Komitee überreicht werden. Die Institutionen erwarten einen große Unterstützung von den Gewerkschaften, fortschrittlichen Parteien, Künstlern, Journalisten und Schriftstellern. (Evrensel, 13.08.00)