Keine Duldung für das Wort „ Kurde“.

Die Staatsanwälte der Staatssicherheitsgerichte (DGM) nehmen alle Publikationen unter die Lupe , in denen das Wort ‘Kurdenproblem’ u.ä. vorkommt. Ein Buch mit dem Titel ‘Demokratisierung und das Kurdenproblem’, herausgegeben vom Verlag Evrensel Basin, wurde konfisziert. Der verantwortliche Redakteur des Verlages, Hayri Erdogan, protestierte, dass Veröffentlichungen, die anstatt zu Feindseligkeiten zur Völkerverständigung aufrufen, nicht die Gewalt, sondern die Demokratisierung fordern und die Verbesserung der Lebensumstände in kurdischen Gebieten propagieren, konfisziert werden. Das Buch umfasst 24??????? Seiten. Der Staatsanwalt des Staatsicherheitsgerichts in Istanbul fand fast in jeder Seite ‘strafbare Handlungen’. Die Anschuldigung lautet: „Hervorhebung des rassischen Unterschiedes, schüren des Hasses und Aufstachelung des Volkes.“

Hayri Erdogan bezeichnete die Anschuldigungen als absurd und bezeichnete die offizielle Haltung des Staates als eine völlige Negierung des Problems: „Wie sonst anders könnte die Konfiszierung eines Buches, das demokratische Lösungen des Kurdenproblems vertritt und die Freundschaft der Völker hervorhebt mit einer solchen Begründung verfolgt werden“. Erdogan zufolge würden immer noch Publikationen verboten oder konfisziert, die unterschiedliche Ansichten zum Kurdenproblem haben als die offizielle Staatsdoktrin. Jede Ansicht die davon abweicht, würde als strafbare Handlung angesehen. (Evrensel 05.02.00)