Nein zur Isolationshaft

Seit längerem ist die Diskussion um den Gesetzesentwurf ‘Amnestie für Gefangene’ auf der Tagesordnung des türkischen Staates. Dem neuen Gesetzentwurf nach fallen strafbare Handlungen wie: Diebstahl, Beleidigung, Hinterziehung in der Wirtschaft, Dokumentenfälschung, Amtsmissbrauch, Misshandlungen, Vergewaltigung und Mord unter das Amnestiegesetz. Das Handeln mit Waffen, Folter und Gewaltanwendung von Beamten usw. unter den sog. Abschnitt einer Haftminderung.

Politische und staatskritische ‘Straftaten’ werden dagegen aus dem Amnestiegesetz ganz ausgeschlossen.

Nach dem Entwurf sollen 26.000 Häftlinge freigelassen und 31.000 Häftlinge eine Haftmilderung bekommen. Etwa 10.000 politische Gefangene jedoch werden vom Amnestiegesetz ausgeschlossen. Die Haftbedingungen für die politischen Gefangene sollen noch verschärft werden. Seit Jahren versuchen die türkischen Regierungen die politischen Gefangenen in Einzellzellen einzusperren. Die politischen Gefangenen werden nicht nur rechtlich isoliert. Das Hauptziel dieser Politik ist, die Gefangenen, die sowieso schon von der Gesellschaft isoliert werden, in 8 qm großen Zellen auch untereinander zu isolieren: eine Art „Gefängnis im Gefängnis„ zu schaffen.

Trotz Gegenaktionen aus der Bevölkerung besteht der türkische Staat darauf, ‘Zellengefängnisse’ zu schaffen. (Evrensel 12/14.08.00)